Mohamed Badati: 40 Jahre Westsahara-Konflikt

Die weltweit größte noch existierende Kolonie ist die Westsahara (ehemals Spanisch-Sahara). Dort dauert der Prozess der Entkolonialisierung bereits seit 40 Jahren an und es ist kein Ende abzusehen. Als sich Spanien 1975/76 zurückzog, besetzten marokkanische und am Anfang auch mauretanische Truppen das Land. Die Hälfte der saharauischen Bevölkerung floh in das Nachbarland Algerien. Als der letzte spanische Soldat am 26. Februar 1976 das Land verließ, gründete die Befreiungsbewegung Frente Polisario die Demokratische Arabische Republik Sahara, wobei sie den Kampf gegen die neuen Okkupanten fortsetzte.

1990 beschloss die UN-Vollversammlung die Durchführung eines Referendums, in dem die Bevölkerung des Landes über ihre politische Zukunft entscheiden soll. Vor dieser Perspektive stellte die Frente Polisario ihre Kampfhandlungen ein. Soldaten der UNO wurden unter dem Namen MINURSO entlang der Frontlinie postiert, um die friedliche Vorbereitung des

Referendums zu überwachen.Das Referendum aber steht bis heute aus. Nach 1975 hatten die Saharauis in einem der unwirtlichsten Gebiete der algerischen Sahara mit internationaler Hilfe fünf große Flüchtlingslager aufgebaut, in denen sie noch heute leben. Abgeschnitten von den Ressourcen ihrer Ursprungsheimat, sind sie nach wie vor von internationaler Hilfe abhängig. Inzwischen kostet die Unterhaltung der MINURSO mehr als für die Versorgung der Flüchtlinge bereitgestellt wird. Und mit der Finanzkrise geht die Nahrungsmittelhilfe weiter drastisch zurück.

14. April 2016 von stagez
Kategorien: RVL Konflikte in der Welt | Schreibe einen Kommentar

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